Marktkompass KW 07/2026

Marktphase

Der Markt verbleibt weiterhin in Phase 2 – überhitzter Aufwärtstrend. Wichtig: Die Überdehnung hat messbar nachgelassen, die Kurse notieren jedoch weiterhin oberhalb des Trendkanals. Damit ist die strukturelle Überhitzung nicht aufgehoben, sondern lediglich etwas entschärft.

Die technische Lage:

  • 50/200-Tage-Divergenz: +5,98 % – stabiler Aufwärtstrend
  • Kurs/200-Tage-Divergenz: +6,68 % – Aufwärtstrend, Vorsicht weiterhin angebracht
  • Kurs/50-Tage-Divergenz: +0,70 % – Nähe zur Unterstützung, konstruktiv
  • Marktbreite: 68,4 % über 200 MA – anziehend
  • Wochenvolumen-Index (5/20): 1,14 – deutlich stärkere Markttiefe

Auffällig:
Der Markt hat keine Zwischenkorrektur benötigt, um Überdehnung abzubauen. Das geschah über Volatilität und Zeit. Entscheidend war der Freitag, an dem der S&P 500 trotz geopolitischer Unsicherheit, aber andeutender Entspannung, Stärke zeigte und die 50-Tage-Linie zurückeroberte.

Fazit Marktphase:
Trend intakt, Überhitzung besteht fort – aber weniger extrem. Die Marktstruktur hat sich verbessert, jedoch nicht entspannt.

Marktphase
Phase 2 – Überhitzter Aufwärtstrend
Stand: 2026-03-14

Auch bei einem großzügig eingezeichnetem Trendkanal, liegt der Kurs darüber.

Liquidität und Geldpolitik

Geldpolitisch keine Überraschungen, aber auch keine Entlastung.

  • Anleihen: 10Y/2Y-Spread: +0,72 – gesunder Zinsmarkt
  • Anleihen: 10Y/2Y ROC (5D/1W): +2,56 % – leicht bullisch
  • WALC-Score: 48,85 – neutral

Die FED-Bilanz wurde leicht ausgeweitet, jedoch ohne Aussagekraft.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die FED die Zinsen am 18. März unverändert lässt, liegt bei 80,1 %. Der Markt preist weiterhin Stabilität ein – keine Lockerung, keine zusätzliche Bremse.

Fazit Liquidität:
Liquidität stützt den Markt nicht aktiv, wirkt aber auch nicht restriktiv. Der Markt läuft weiter auf Erwartung.

Makroökonomie

Das makroökonomische Bild bleibt robust, aber uneinheitlich.

Wirtschaftsdaten der Woche:

  • ISM Manufacturing PMI: 52,6 (deutlich besser als erwartet)
  • ISM Services PMI: 53,8 (über Prognose)
  • ADP Employment Change: 22 Tsd (klar schwächer)
  • Michigan Consumer Sentiment: 57,3 (besser als erwartet)

Der Arbeitsmarkt verliert weiter an Dynamik, ohne zu kippen.

  • Erstanträge Arbeitslosenhilfe: 231.000
  • 4W-Durchschnitt: neutral steigend

Fazit Makro:
Keine Rezession, keine Entwarnung. Die Wirtschaft verlangsamt sich kontrolliert. Dieses Umfeld begünstigt volatile Seitwärtsbewegungen auf hohem Niveau.

Marktstimmung

  • VIX: 17,76 – erhöhte Unsicherheit
  • Put/Call-Ratio: 2,0 – extreme Angst (konträr bullisch)
  • Fear & Greed: 45 – neutral

Bemerkenswert:
Die Absicherung ist extrem, obwohl der Markt nahe der Hochs notiert. Das spricht gegen Euphorie und für taktische Vorsicht.

Fazit Stimmung:
Der Markt ist nervös, aber rational. Angst ist vorhanden – und das ist konstruktiv.

Rohstoffe

Die Rohstoffmärkte reflektierten klar den geopolitischen Stress der Woche.

  • Gold: +2,01 % (5 Tage) – klares Risk-Off-Signal
  • Öl (USO):
    • 5 Tage: –0,50 % – Entspannung
    • 4 Wochen: +7,21 % – geopolitischer Stress bleibt Thema
  • Kupfer:
    • 5 Tage: –1,23 % – kurzfristige Schwäche
    • 4 Wochen: +7,07 % – Nachfrage weiterhin hoch

Der kurzfristige Goldanstieg und die Ölvolatilität waren direkte Reaktionen auf die USA/Iran-Spannungen.

Fazit Rohstoffe:
Kein Rezessionssignal. Energie bleibt Risikofaktor, Gold reagiert sensibel auf politische Eskalationen.

Technische Indikatoren (S&P 500)

  • Trend über 50 & 200 Tage intakt
  • RSI: 41,2 – neutral
  • Wilder-RSI: 37,8 – leicht überverkauft
  • Volumen: deutlich anziehend

Fazit Technik:
Die Rückeroberung der 50-Tage-Linie am Freitag war ein klarer Stärkeausweis. Technisch wurde Luft aus dem Markt gelassen, ohne Strukturbruch.

Bitcoin

Bitcoin erlebte eine extrem volatile Woche.

  • Abverkauf bis 59.000 USD
  • Rebound bis 70.000 USD zum Wochenschluss

Die Bewegung war primär makro- und liquiditätsgetrieben. USD-Stärke und geopolitische Unsicherheit wirkten belastend.

Fazit Bitcoin:
Hohe Volatilität, noch keine Trendwende. Geduld bleibt entscheidend.

Politische Ereignisse und Marktreaktion

Die Woche wurde klar durch die USA/Iran-Spannungen geprägt.

Am Donnerstag drohte eine Eskalation mit unmittelbaren Inflationsängsten über steigende Ölpreise.
Am Freitag folgte die Entspannung: Gespräche fanden statt, beide Seiten signalisierten Dialogbereitschaft.

Die Marktreaktion war lehrreich:

  • Rohstoffe reagierten sofort
  • Gold stieg
  • Öl volatil
  • Aktienmarkt zeigte bemerkenswerte Stärke

Der S&P 500 arbeitete sich noch am selben Tag zurück über die 50-Tage-Linie.

Zusätzlich zeigte sich in der Marktstruktur:

  • Alle Schwergewichte, außer Apple, unter Druck
  • Relative Stärke bei defensiven Konsumgütern und Industrie

Fazit Politik:
Politische Ereignisse bleiben Katalysatoren, aber keine Trendtreiber. Der Markt handelt Risiken – er glaubt ihnen nicht dauerhaft.

KW06/26 – Alle Schwergewichte, außer Apple, unter Druck.

Ausblick KW 07/2026

Im Fokus der kommenden Woche:

  • 13.02.: USA Verbraucherpreise (CPI)

Die Inflation bleibt der zentrale Trigger. Positive Überraschungen könnten den Markt weiter tragen – negative Abweichungen würden die fragile Balance sofort stören.

Fazit

Solange der Markt oberhalb des Trendkanals bleibt, ist Vorsicht angebracht. Rücksetzer sind kaufbar – aber nur selektiv und strukturiert. Der Markt bleibt übergeordnet stark, aber sensibel. Die Überdehnung hat nachgelassen, die Überhitzung nicht.