Marktkompass KW 48/2025

Der S&P 500 ist diese Woche von einem überhitzten Aufwärtstrend in eine Zwischenkorrektur gewechselt. Der Auslöser war ein Rücksetzer unter die 50-Tage-Linie, begleitet von nachlassender Marktbreite und wachsender Nervosität im Markt.

Marktphase
Phase 3 – Zwischenkorrektur
Stand: 2025-11-23

Der langfristige Trend bleibt klar bullisch. Die 200-Tage-Linie steigt stabil und liegt deutlich unter dem Kurs. Es handelt sich eindeutig um eine gesunde Korrektur innerhalb eines intakten Aufwärtstrends.

Beginn der Zwischenkorrektur

Auslöser der Korrektur waren hauptsächlich zwei Ereignisse.

Die US-Arbeitsmarktdaten waren stabil. Es wurden doppelt so viele Jobs geschaffen wie erwartet und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen niedriger aus als erwartet. Damit wurde der FED Druck genommen, im Dezember die Zinsen zu senken, was sich kurzfristig negativ für Risikoanlagen auswirkt, langfristig ist ein solider Arbeitsmarkt aber positiv.

Zum Anderen signalisiert Japan die Absicht einer weiteren Zinsanhebung. Damit steigt das Risiko, dass der über Jahre aufgebaute Yen-Carry-Trade beginnt, sich teilweise aufzulösen. Warum das wichtig ist: Viele globale Investoren haben in Yen billig Geld aufgenommen und weltweit in höher verzinste Assets investiert (US-Aktien, Anleihen, Immobilien). Wenn Japan die Zinsen erhöht, müssen diese Positionen teilweise rückabgewickelt werden.

Beide Ereignisse erklären, warum der Abverkauf diese Woche überproportional stark war, begleitet von hoher Volatilität.

Die Marktstimmung mit einem VIX von 23,4 und einem Fear & Greed Index von 11 ist damit klar in einer Angstzone, das Put/Call-Ratio mit 1,79 zeigt eine hohe Absicherung. Die Stimmung ist extrem pessimistisch – ein typisches Merkmal einer Zwischenkorrektur.

Im Rohstoffmarkt fällt Gold leicht, Kupfer zeigt im 5-Wochen-Vergleich deutlicher Schwäche. Nach dem starken Anstieg der letzten Monate ist das jedoch kein zwingendes Konjunktursignal, sondern eine normale Konsolidierung.

Bei den technischen Indikatoren zeigen der 50/200 MA Abstand von über 8% immer noch eine starke Überhitzung. Der Kurs liegt noch über 6% oberhalb der 200-Tage-Linie – der Aufwärtstrend ist trotz Zwischenkorrektur weiterhin intakt. Der RSI befindet sich im überverkauften Bereich, die Marktbreite mit 56 % bleibt stabil. Genau das spricht für eine Zwischenkorrektur und nicht für einen Trendbruch.

Bitcoin setzt die erwartete Korrektur fort. Der Kurs hat bei 84.000 einen markanten Widerstandsbereich erreicht, in dem erste Mikrosignale auf eine leichte Entspannung des Verkaufsdrucks hindeuten. Von einer Trendwende kann jedoch noch keine Rede sein – der Markt bleibt technisch klar angeschlagen. Auch frühere Bullenmärkte zeigten wiederholt Korrekturen in dieser Größenordnung. Entscheidend wird sein, ob Bitcoin in den kommenden Wochen nachhaltige Stärke aufbauen kann.

Wichtige Termine nächste Woche sind am Mittwoch, dem 26.11.25, die Verbraucherpreisdaten in den USA. Sollten die Daten trotz des vergangenen Shutdowns vorliegen, werden sie maßgeblich in die nächste Zinsentscheidung der FED einfließen. Rund um diesen Termin ist wieder mit starker Volatilität zu rechnen.

Fazit

Der Markt durchläuft eine normale Entladung nach Überhitzung. Der übergeordnete Bullenmarkt im S&P 500 bleibt voll intakt. Die extrem ängstliche Stimmung und der schnelle Rücksetzer eröffnen antizyklische Chancen. Auch wenn noch kein klares Wendepunkt-Signal vorliegt, ist die aktuelle Überverkauftheit ein erster Hinweis auf eine bevorstehende Stabilisierung.

Für die kommende Handelswoche wünsche ich allen viel Erfolg an der Börse.