Marktkompass KW 05/2026

Marktphase

Der Markt verbleibt klar in Phase 2 – überhitzter Aufwärtstrend. An der übergeordneten Struktur hat sich nichts geändert: kein Trendbruch, keine bestätigte Zwischenkorrektur, aber weiterhin keine Entspannung der Überdehnung.

Die technischen Kennzahlen bestätigen das Bild:

  • 50/200-Tage-Divergenz: +6,52 % – leichte Blasenbildung
  • Kurs/200-Tage-Divergenz: +7,64 % – Aufwärtstrend, aber vorsichtig zu bewerten
  • Marktbreite: 68,8 % über 200 MA – stabil, kein Abverkaufsdruck
  • Wochenvolumen-Index (5/20): 1,23 – starke Markttiefe

Der Markt ist teuer, aber nicht instabil. Käufer bleiben präsent, Verkäufer finden bislang keinen Hebel.

Fazit Marktphase:
Trend intakt, Überhitzung bleibt bestehen. Keine Beschleunigung, keine Korrektur.

Marktphase
Phase 2 – Überhitzter Aufwärtstrend
Stand: 2026-01-24

Energie und Materialen waren diese Woche die Performer

Liquidität und Geldpolitik

Hier gibt es keine Änderung zur Vorwoche. Sowohl Anleihenzinsen also auch Zentralbankbilanzen sind weitgehend unverändert. Die Wahrscheinlichkeit von 95,6 %, dass die FED am 28. Januar die Zinsen unverändert lässt, ist vollständig eingepreist. Entscheidend wird nicht der Zinsschritt, sondern der Ausblick und Tonfall der FED-Kommunikation.

Makroökonomie

Die Wirtschaftsdaten bestätigen ein robustes, aber fragiles Gleichgewicht.

USA BIP (annualisiert): 4,4 % (über Prognose)

Die US-Wirtschaft zeigt kurzfristig hohe Dynamik. Das stützt die Gewinne, erhöht aber den Inflationsdruck. Auch er Arbeitsmarkt bleibt stabil und weitgehend unverändert.

Marktstimmung

  • VIX: 16,09 – leichte Unsicherheit
  • Put/Call-Ratio: 1,58 – Angst, konträr bullisch
  • Fear & Greed: 52 – neutral

Bemerkenswert: Trotz politischer und geopolitischer Störfeuer bleibt die Stimmung kontrolliert. Absicherung ist vorhanden, Euphorie fehlt. Keine Panik, keine Gier. Der Markt ist nervös, aber nicht irrational.

Rohstoffe

  • Gold: +8,2 % (5 Tage) – klares Risk-Off-Signal
  • Öl (USO):
    • 5 Tage: +2,77 %
    • 4 Wochen: +6,15 % – Inflationsrisiko nimmt zu
  • Kupfer:
    • 5 Tage: +4,57 %
    • 4 Wochen: +16,58 % – starke industrielle Nachfrage

Fazit Rohstoffe:
Kupfer bestätigt Konjunkturstärke. Öl und Gold zeigen steigende Absicherungsbedürfnisse. Kein Rezessionssignal, aber zunehmende Spannungen.

Technische Indikatoren (S&P 500)

  • Trend über 50 & 200 Tage intakt
  • RSI: 55,7, Wilder-RSI: 56,6 – neutral
  • Kurs/50-Tage: +1,1 % – kein Momentum-Exzess
  • Volumen: überdurchschnittlich

Fazit Technik:
Überhitzung ohne Übertreibung. Die Durchschnitte zeihen langsam nach, die technische Überhitzung wird langsam abgebaut. Der Markt braucht Zeit, keine neuen Hochs.

Bitcoin

Bitcoin notiert bei rund 89.255 USD und zeigte zuletzt extreme Volatilität.

Der Kurs testete mehrfach die Begrenzungen der Bärenflagge, ein Ausbruch blieb aus. Die Struktur bleibt fragil, das Vertrauen gering.

Solange Bitcoin keinen nachhaltigen Ausbruch liefert, bleibt jede Erholung technisch nur eine Gegenbewegung.

Fazit Bitcoin:
Hohe Volatilität, keine Trendwende. Geduld bleibt Pflicht.

Kurs bewegt sich ohne Ausbruch nach oben oder unten noch in der Bärenflagge.

Politische Ereignisse und Marktreaktion

Die vergangene Woche war politisch aufgeladen:

  • WEF-Auftritte mit bekannten Narrativen – medial laut, markttechnisch irrelevant
  • Grönlandkonflikt: überraschend eskaliert, ebenso schnell entschärft

Die Marktreaktion darauf war kurz, volatil, aber nicht nachhaltig. Genau das ist entscheidend:
Politische Schlagzeilen erzeugen Ausschläge, aber keine Trendwechsel.

Fazit Politik:
Der Markt reagiert sensibel auf Headlines, aber strukturell robust. Politische Risiken werden gehandelt, nicht geglaubt.

Kurzfristig rutschte der Markt in eine Zwischenkorrektur. 200er- und 50er-Linie nähern sich langsam.

Ausblick KW 05/2026

Im Fokus der anstehenden Handelswoche:

Mittwoch, 28.01.

  • 20:00 FED-Zinsentscheid (kein Zinsschritt erwartet)
  • 20:00 Geldpolitische Erklärung
  • 20:30 FOMC-Pressekonferenz

Es ist keine Zinsschritt erwartet, aber die Wortwahl der Erklärung Pressekonferenz werden entscheidend. Jede Abweichung vom neutralen Ton kann Volatilität auslösen.

Fazit

Der Markt bleibt tragfähig, aber empfindlich. Politische Ereignisse, Inflationssignale und FED-Kommunikation treffen auf einen überhitzten Trend.

Wer jetzt aggressiv kauft, ignoriert Risiko. Wer strukturiert bleibt, wird belohnt.

Geduld, Disziplin und Risikokontrolle bleiben entscheidend.