Marktkompass KW 08/2026

Marktphase

Der Markt hat die Phase gewechselt. Wir befinden uns nicht mehr im überhitzten Aufwärtstrend, sondern in einer Zwischenkorrektur.

Die Struktur ist noch intakt, aber das Momentum ist gebrochen.

Die technische Lage:

  • 50/200-Tage-Divergenz: +5,79 % – übergeordneter Trend intakt
  • Kurs/200-Tage-Divergenz: +4,94 % – noch Aufwärtstrend
  • Kurs/50-Tage-Divergenz: –0,85 % – kurzfristiger Abwärtstrend
  • Marktbreite: 66,6 % über 200 MA – leicht rückläufig
  • Wochenvolumen-Index (5/20): 0,97 – unterdurchschnittliche Markttiefe

Der S&P 500 notiert somit unter der 50-Tage-Linie. Selbst die Überraschung beim Verbraucherpreisindex (2,4 % YoY statt 2,5 %) konnte nur kurzfristig, aber keine nachhaltige Kaufdynamik auslösen. Das ist ein Warnsignal.

Es ist daher durchaus möglich, dass nun verschiedene Unterstützungsbereiche angetestet werden: eine Schwache Unterstützung liegt bei ca. 6800 Punkten, eine sehr starke Unterstützung ist bei der 200-Tage-Linie bei ca. 6500 Punkten zu finden.

Kurs unterhalb der 50-Tage-Linie, starke Unterstützung bei ca. 6500 Punkten.

Fazit Marktphase:
Momentum ist gebrochen. Die Wahrscheinlichkeit für weiter fallende Kurse ist aktuell höher als für neue Hochs.

Marktphase
Phase 3 – Zwischenkorrektur
Stand: 2026-02-14

Liquidität und Geldpolitik

  • 10Y/2Y-Spread: +0,64 – gesunder Zinsmarkt
  • ROC (5D/1W): –6,64 % – leicht bärisch
  • Zentralbankbilanzen: neutral
  • Wahrscheinlichkeit unveränderter Zinsen am 18. März: 90,8 %

Der robuste Arbeitsmarkt (130.000 neue Stellen, Arbeitslosenquote 4,3 %, erwartet waren nur 55.000-70.000 neu Stellen) stützt die Wirtschaft – aber er verlängert den Inflationsdruck. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit schneller Zinssenkungen. Gegenüber die Vorwoche hat sich die Erwartung, dass Zinsen gleich bleiben, laut CME-Group um über 10% erhöht.

Fazit Liquidität:
Keine Lockerung in Sicht. Der Markt verliert Hoffnung auf schnelle geldpolitische Unterstützung.

Makroökonomie

Die Inflationsdaten fielen leicht besser aus als erwartet:

  • CPI YoY: 2,4 %
  • CPI MoM: 0,2 %

Dennoch keine Kaufdynamik. Der starke Arbeitsmarkt wirkt stabilisierend – aber auch restriktiv, weil er Zinssenkungen unwahrscheinlicher macht.

Fazit Makro:
Wirtschaft robust, aber genau das verhindert schnelle geldpolitische Entlastung.

Marktstimmung

  • VIX: 20,6 – Angst
  • Put/Call-Ratio: 1,97 – konträr bullisch
  • Fear & Greed: 36 – Fear

Angst steigt, aber noch keine Panik. Das spricht für eine laufende, kontrollierte Korrektur – nicht für einen Crash.

Rohstoffe

  • Gold: +1,61 % (5 Tage) – Risk-Off
  • Öl (4 Wochen): +5,92 % – Inflationsrisiko bleibt
  • Kupfer (4 Wochen): +6,91 % – Nachfrage stabil

Kein Rezessionssignal. Energiepreise bleiben latent inflationär.

Rotation seit Jahresbeginn

Deutlich sichtbar:

Schwäche zeigen insbesondre:

  • Big 7
  • Technologie (insbesondere Software)

Stärke zeigen hingegen:

  • Defensive Konsumgüter
  • Industrie
  • Immobilien
  • Versorger
  • Energie
  • Materialien

Das ist eine klassische Spätzyklus-Rotation, in der das Kapital Stabilität statt Dynamik sucht. Es ist kein Crash-Signal, aber es zeigt sich, dass große Investoren ihr Risiko reduzieren. Nach monatelangem überhitztem Aufwärtstrend wurde diese Entwicklung bereits im Marktkompass KW 01/2026 angedeutet.

Die beschriebene Rotation seit Jahresbeginn ist auf Finviz.com gut sichtbar.

Technische Indikatoren

RSI: 40 – neutral
Wilder RSI: 43 – leicht überverkauft

Noch keine überverkaufte Extremzone, die Korrektur hat noch Raum.

Bitcoin

Bitcoin kämpft um die 70.000 USD – Bereich des alten Zyklus-ATH.

Es zeigt sich kein klarer Ausbruch, auch hier fehlt das Momentum, so dass tiefere Kurse wahrscheinlicher sind, als ein Rebound.

Ausblick KW 09/2026

Mittwoch: FOMC-Protokoll
Freitag: BIP + PCE-Kernrate

Gerade das FOMC-Protokoll könnte die Zinserwartungen weiter prägen.

Fazit

Der Markt ist nicht schwach – aber er ist nicht mehr stark. Gute Nachrichten führen nicht zu steigenden Kursen. Das ist das Kernsignal dieser Woche.

Solange der S&P 500 unter der 50-Tage-Linie bleibt, ist Vorsicht angebracht. Die 6.500 Punkte (200-Tage-Linie) sind technisch entscheidend.