Marktkompass KW 32/2026

Kurzfazit der Woche

Die Zwischenkorrektur wurde überraschend schnell beendet: Der S&P 500 eroberte zum Wochenschluss die 50-Tage-Linie zurück und wechselt damit wieder in den überhitzten Aufwärtstrend. Starke Quartalszahlen von Microsoft und Amazon sorgten für neue Kauflaune, während die Fed trotz unveränderter Zinsen einen restriktiven Ton beibehielt.

Der Kurs konnte die 50-Tage-Linie am Freitag zurückerobern

Markttreiber der Woche

  • Starke KI-Quartalszahlen von Microsoft und Amazon treiben die Börsen: Beide Unternehmen überzeugten mit starkem Cloud- und KI-Wachstum und lösten eine kräftige Rally im Softwaresektor aus.
  • Apple und Meta unter Druck: Enttäuschende Marktreaktionen auf Ausblick und Margen führten zu deutlichen Kursverlusten trotz solider Geschäftszahlen.
  • Fed belässt Zinsen unverändert – restriktiver Ausblick: Die Notenbank hält sich weitere Zinserhöhungen offen, wodurch die langfristigen Anleiherenditen anzogen.
  • Ölpreis bricht im Wochenvergleich deutlich ein: Mit dem Rückgang des Ölpreises entspannen sich die kurzfristigen Inflationssorgen und stützen den Aktienmarkt.
  • Rotation innerhalb des Technologiesektors & Big 7: Kapital fließt aus Halbleiterwerten in Software- und Cloud-Unternehmen, während klassische KI-Hardware nach der starken Rally unter Gewinnmitnahmen leidet.
Google, Amazon und Microsoft mit sehr starker Wochenperformance

Marktphase

Kurs/200-Tage (S&P 500): +6,22 % – Aufwärtstrend, Vorsicht
Kurs/50-Tage (S&P 500): +0,24 % – 50-Tage-Linie zurückerobert
RSI: 48,06 – neutral
Wilder-RSI: 40,27 – leicht überverkauft
50/200-Tage %-Divergenz: +5,97 % – stabile Überhitzung
Marktbreite (% über 200 MA): 68 % – Aufwärtstrend
Trendkanal: Kurs oberhalb

Die Zwischenkorrektur wurde bereits nach kurzer Zeit beendet. Mit dem Wochenschluss oberhalb der 50-Tage-Linie wechselt das System wieder in den überhitzten Aufwärtstrend. Der RSI hat sich normalisiert, während der Wilder-RSI noch leicht überverkaufte Bedingungen signalisiert. Die Marktbreite bleibt robust und bestätigt den übergeordneten Aufwärtstrend. Gleichzeitig mahnt die weiterhin hohe 50/200-Tage-Divergenz zur Vorsicht, da der Markt mittelfristig weiterhin ambitioniert bewertet ist.

Marktphase
Phase 2 – Überhitzter Aufwärtstrend
Stand: 2026-08-02

Liquidität & Geldpolitik

Die Fed-Bilanz ging in der vergangenen Woche leicht zurück. Der 10Y/2Y-Spread steigt auf 0,47, gleichzeitig legt dessen Wochenveränderung um 13,2 % zu. Das spricht für leicht verbesserte Wachstumserwartungen am Anleihemarkt.

Die Fed beließ den Leitzins unverändert, machte auf der Pressekonferenz jedoch deutlich, dass weitere Zinserhöhungen bei anhaltendem Inflationsdruck möglich bleiben. Entsprechend preist der FedWatch aktuell bereits 67 % Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September ein.

Makroökonomie

Beschäftigung MoM: +0,04 % – schwaches Wachstum
Beschäftigung YoY: +0,32 % – unsichere Übergangsphase
Erstanträge Arbeitslosenhilfe: 197.000, 4-Wochen-Trend -5,17 % – Arbeitsmarkt leicht stärker

Die wichtigsten Konjunkturdaten der Woche zeichneten ein gemischtes Bild. Das annualisierte BIP-Wachstum fiel mit 1,5 % deutlich schwächer aus als erwartet. Gleichzeitig blieb die Kerninflation (PCE) mit 3,3 % zwar stabil, der BIP-Preisindex überraschte jedoch mit 6,3 % deutlich nach oben. Damit bestätigt sich das Bild einer verlangsamten Wirtschaft bei gleichzeitig anhaltendem Inflationsdruck – ein schwieriges Umfeld für die Fed.

Marktstimmung

VIX: 15,99 – ruhiger Markt
Put/Call-Ratio: 1,30 – neutral
Fear & Greed Index: 42 – Fear

Die Marktstimmung hat sich gegenüber der Vorwoche spürbar verbessert. Der VIX fällt wieder unter 16 Punkte und signalisiert einen ruhigen Markt. Die Put/Call-Ratio hat sich normalisiert und liefert derzeit weder ein bullisches noch bärisches Extrem. Der Fear-&-Greed-Index bleibt zwar im Bereich „Fear“, zeigt aber weiterhin eine eher vorsichtige Anlegerstimmung – aus antizyklischer Sicht kein negatives Signal.

Rohstoffe

Gold: -0,59 % (5 Tage) – Risk-on
Öl (WTI): -5,2% in der Woche, aber weiterhin hoch
Kupfer: +1,68 %

Der Rückgang beim Goldpreis passt zur verbesserten Risikobereitschaft an den Aktienmärkten. Trotz der kräftigen Korrektur in der letzten Handelswoche bleibt der Ölpreis auf Vierwochensicht weiterhin erhöht und signalisiert, dass geopolitische Risiken noch nicht vollständig verschwunden sind. Kupfer setzt seinen Aufwärtstrend fort und spricht weiterhin gegen eine unmittelbar bevorstehende Rezession.

Technische Indikatoren

50/200-Tage MA (S&P 500): 447,40 – Aufwärtstrend
50/200-Tage %-Divergenz: +5,97 % – stabiler Aufwärtstrend
Kurs/200-Tage %-Div: +6,22 % – Aufwärtstrend, Vorsicht
Kurs/50-Tage %-Div: +0,24 % – Trendwende bestätigt
RSI: 48,06 – neutral
Wilder-RSI: 40,27 – leicht überverkauft
Wochenvolumen-Index (5/20): 1,20 – starkes Volumen
Trendkanal: Kurs oberhalb

Technisch hat sich das Bild gegenüber der Vorwoche deutlich aufgehellt. Die Rückeroberung der 50-Tage-Linie beendet die Zwischenkorrektur. Besonders positiv ist das überdurchschnittliche Handelsvolumen, welches den Ausbruch nach oben bestätigt. Gleichzeitig bleibt die mittelfristige Überhitzung bestehen, weshalb Rücksetzer innerhalb des Aufwärtstrends jederzeit möglich bleiben.

Bitcoin

Bitcoin notiert unverändert bei rund 62.500 USD und bewegt sich weiterhin seitwärts. Weder die Fed-Sitzung noch die starken Bewegungen im Technologiesektor konnten einen Ausbruch aus der etablierten Handelsspanne auslösen. Die Parallelbewegung setzt sich damit fort.

Ausblick

In KW 32 richtet sich der Fokus vollständig auf den US-Arbeitsmarkt. Bereits am Montag liefert der ISM Manufacturing PMI Hinweise auf die Industriekonjunktur. Am Mittwoch folgen der ADP-Arbeitsmarktbericht sowie der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor. Den Höhepunkt bildet der Freitag mit den Nonfarm Payrolls und den durchschnittlichen Stundenlöhnen. Nach der restriktiven Fed-Kommunikation könnten überraschend starke Arbeitsmarktdaten die Zinserhöhungserwartungen weiter ansteigen lassen und damit die Anleiherenditen erneut unter Druck setzen.

Fazit

Der Markt hat die Zwischenkorrektur schneller beendet als erwartet. Starke Quartalszahlen der großen KI-Gewinner haben den S&P 500 zurück über die 50-Tage-Linie getragen und den überhitzten Aufwärtstrend reaktiviert. Die Marktbreite bleibt robust und das hohe Handelsvolumen spricht für eine breite Beteiligung der Käufer.

Gleichzeitig bleibt das makroökonomische Umfeld anspruchsvoll. Das schwächere Wirtschaftswachstum trifft auf weiterhin hohen Inflationsdruck, weshalb die Fed eine restriktive Haltung beibehält. Die Kombination aus positiver Markttechnik und vorsichtiger Geldpolitik spricht kurzfristig für einen intakten Aufwärtstrend, erhöht aber zugleich das Risiko größerer Rückschläge, falls die kommenden Arbeitsmarktdaten die Zinserwartungen weiter nach oben treiben.

Grundlage für diesen Bericht ist mein automatisiertes Auswertungssystem, welches ich auf YouTube genauer erkläre.