Marktkompass KW 11/2026
Kurzfazit der Woche
Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten dominiert aktuell die Märkte. Energiepreise explodieren, während Aktienmärkte weltweit unter Druck geraten. Gleichzeitig steigen Risikoaversion und Dollarstärke, während Inflationsrisiken durch den Ölpreisschock erneut zunehmen.

Markttreiber der Woche
1. Geopolitischer Risikoaufschlag im Energiemarkt
Die Eskalation im Konflikt zwischen Iran und Israel führte zu starken Bewegungen im Energiesektor. Öl-, Heizöl- und Benzin-Futures stiegen deutlich. Der Markt preist damit ein mögliches Angebotsrisiko im Nahen Osten ein. (mögliche Blockade Straße von Hormus)
2. Risk-Off-Tendenz an den Aktienmärkten
Globale Aktienindizes reagierten überwiegend negativ. Besonders zyklische Werte und kleinere Unternehmen standen unter Druck. Europa zeigte dabei deutlich stärkere Verluste als die US-Technologieindizes.
3. Stärke des US-Dollars
Der Dollar konnte gegenüber den meisten Währungen zulegen. In geopolitisch unsicheren Phasen fließt Kapital häufig in liquide Reservewährungen und sichere Staatsanleihen.
4. Energie als dominierender Inflationstreiber
Der starke Ölpreisanstieg erhöht erneut den Inflationsdruck. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten Zinssenkungserwartungen weiter nach hinten verschoben werden.
Marktphase
Der Markt bleibt weiterhin in einer Zwischenkorrektur.
Der Auslöser der aktuellen Schwäche ist diesmal weniger eine Sektorrotation, sondern eine Kombination aus geopolitischem Risiko und schwächeren Wirtschaftsdaten aus den USA.
Die technischen Daten zeigen ein gemischtes Bild:
- 50/200-Tage-Div: +4,75 % – stabiler Aufwärtstrend
- Kurs / 200-Tage-Div: +2,34 % – Trend weiterhin intakt
- Kurs / 50-Tage-Div: –2,41 % – kurzfristige Schwäche
- Marktbreite: 57,6 % über 200 MA – neutral bis leicht schwächer
- Wochenvolumen-Index: 0,95 – unterdurchschnittliches Volumen
Der Markt notiert weiterhin oberhalb der langfristigen Trendstruktur, verliert jedoch kurzfristig an Momentum.
Die Futures-Märkte spiegeln diese Entwicklung klar wider:
- Euro Stoxx 50: –7,22 %
- DAX: –7,10 %
- S&P 500: –2,11 %
- Nasdaq 100: –1,34 %
- Russell 2000: –4,10 %
Auffällig ist dabei die deutlich stärkere Schwäche in Europa.
Fazit Marktphase
Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt, jedoch läuft aktuell eine geopolitisch getriebene Zwischenkorrektur.
Stand: 2026-03-08
Liquidität & Geldpolitik
Die geldpolitische Lage bleibt weiterhin neutral bis leicht restriktiv.
- 10Y / 2Y Spread: +0,59 – gesunde Zinsstruktur
- Spread-ROC (5D/1W): –5,67 % – Dynamik leicht rückläufig
- Zentralbankbilanzen: neutral, keine expansive Geldpolitik
Die Veränderung der Zentralbankbilanzen zeigt weiterhin keine Anzeichen eines neuen Liquiditätsschubs.
Die Wahrscheinlichkeit unveränderter Zinsen bei der Fed-Sitzung am 18. März liegt laut CMEGroup bei 96,3 %.
Fazit Liquidität
Die Liquidität wirkt aktuell weder stimulierend noch restriktiv. Ein geldpolitischer Rückenwind für die Märkte fehlt weiterhin.
Makroökonomie
Der wichtigste Datenpunkt der Woche kam am Freitag:
Nonfarm Payrolls
- Aktuell: –92.000
- Erwartung: +59.000
- Vorheriger Wert: +130.000
Damit fiel der Arbeitsmarktbericht deutlich schwächer aus als erwartet.
Weitere Arbeitsmarktdaten bleiben jedoch relativ stabil:
- Erstanträge Arbeitslosenhilfe: 213.000
- 4-Wochen-Trend weiterhin stabil.
Fazit Makro
Der Arbeitsmarkt zeigt erste Schwächesignale. Gleichzeitig bleibt der Inflationsdruck bestehen – ein schwieriges Umfeld für schnelle Zinssenkungen.
Marktstimmung
Die Marktstimmung hat sich deutlich eingetrübt.
- VIX: 29,49 – Angstniveau
- Put/Call-Ratio: 1,77 – erhöhte Absicherung, konträr bullisch
- Fear & Greed Index: 27 – Fear
Der starke Anstieg des VIX zeigt, dass geopolitische Risiken aktuell dominieren.
Fazit Stimmung
Deutlich gestiegene Risikoaversion – jedoch noch keine Kapitulation.
Rohstoffe
Die Rohstoffmärkte zeigen ein klares geopolitisches Muster.
Energie
- Ölpreis (USO): 108,77 USD
- ROC 5d/1W: +21,6 %
- ROC 5d/4W: +39,9 %
Energiepreise reagieren stark auf den Konflikt im Nahen Osten.

Auch die Futures-Heatmap zeigt massive Bewegungen:
- WTI: +35,6 %
- Brent: +27,2 %
- Heating Oil: +39,5 %
- Gasoline: +20,1 %
Metalle
- Gold: –1,7 %
- Silber: –9,6 %
- Kupfer: –10,5 %
Der Rückgang von Kupfer deutet auf zunehmende Wachstumssorgen hin.
Fazit Rohstoffe
Ein klassischer geopolitischer Energieschock: Energiepreise steigen stark, während zyklische Industriemetalle unter Druck geraten.
Technische Indikatoren
Die technischen Indikatoren zeigen aktuell kein extremes Bild.
- RSI: 42,1 – neutral
- Wilder RSI: 49,2 – leicht überverkauft
Der Markt ist damit weder überkauft noch stark überverkauft. Die aktuelle Bewegung entspricht eher einer Konsolidierung innerhalb eines bestehenden Trends.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich in dieser Woche überraschend stabil.
- Wochenperformance: +3,67 %
Trotz geopolitischer Unsicherheit konnte Bitcoin zulegen. Das deutet darauf hin, dass ein Teil des Kapitals weiterhin in alternative Vermögenswerte fließt.
Ein klarer Trendwechsel ist daraus jedoch noch nicht ableitbar.
Ereignisse der Woche
Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat sich weiter verschärft. Berichte deuten darauf hin, dass sich der Konflikt über die ursprüngliche Region hinaus ausweiten könnte.
Die Energiepreise reagierten darauf unmittelbar mit starken Anstiegen.
Die kommenden Wirtschaftsdaten könnten zusätzliche Marktbewegungen auslösen.
Ausblick KW11
Wichtige Termine:
Mittwoch 11.03.
USA Verbraucherpreisindex (CPI)
– wichtig für Inflationsentwicklung
Freitag 13.03.
- Bruttoinlandsprodukt (annualisiert)
- Kernrate der persönlichen Konsumausgaben (PCE)
Diese Daten werden entscheidend sein für die Zinserwartungen der Fed.
Fazit
Die Märkte stehen aktuell unter dem Einfluss zweier Faktoren:
- Geopolitischer Energieschock
- Erste Schwächesignale im US-Arbeitsmarkt
Die Reaktion der Märkte ist bislang moderat: Aktien korrigieren, Energie explodiert, Volatilität steigt!
Strukturell bleibt der langfristige Aufwärtstrend jedoch weiterhin intakt.

Der Markt befindet sich aktuell in einer Zwischenkorrektur innerhalb eines bestehenden Aufwärtstrends. Entscheidend wird nun sein, ob sich der geopolitische Konflikt weiter ausweitet und ob die kommenden Inflationsdaten zusätzlichen Druck auf die Geldpolitik erzeugen.
Kurzfristig bleibt daher erhöhte Volatilität wahrscheinlich.
