Marktkompass KW 17/2026

Kurzfazit der Woche

Der Markt ist zurück im Aufwärtstrend und erreicht neue Hochs – getrieben durch Hoffnung auf Entspannung im Iran-Konflikt. Gleichzeitig ist der Markt technisch extrem überkauft, was das Risiko einer kurzfristigen Korrektur deutlich erhöht.

S&P 500 ist deutlich über die entscheidenden Marken 50- und 200-Tage-Linie auf ein neues Allzeithoch gestiegen

Markttreiber der Woche

1. Iran-Konflikt (zentraler Treiber)
Die geopolitische Lage bleibt der dominierende Faktor. Unter der Woche sorgten Entspannungssignale und Verhandlungen für steigende Märkte. Am Wochenende verschärfte sich die Lage erneut. Der Konflikt bleibt der entscheidende Trigger für Ölpreis und Marktbewegung.

2. Ölpreis und Inflationserwartungen
Der Ölpreis ist kurzfristig deutlich gefallen, was kurzfristig entlastend wirkt. Dennoch bleibt das strukturelle Inflationsrisiko bestehen, insbesondere durch die hohe Unsicherheit im Energiesektor.

3. Hoffnung auf Deal treibt Märkte auf neue Hochs
Die Märkte reagierten stark auf die Aussicht eines Deals:

  • Risk-On-Stimmung
  • S&P 500 über wichtigen Durchschnittslinien
  • Kapital fließt zurück in Risikoassets

Diese Bewegung ist erwartungsgetrieben, nicht fundamental abgesichert.

4. Inflationsdaten besser als erwartet
Der PPI ex Food & Energy (YoY) lag bei 3,8 % (unter Prognose 4,2 %).
Das nimmt kurzfristig Druck aus dem System, ändert aber nichts am strukturellen Inflationsbild.

KW16: Klarer Anstieg von Risiko-Assets, während Energie, Versorger und defensive Konsumgüter Federn lassen.

Marktphase

Der Markt ist formal in einen Aufwärtstrend gewechselt.

  • Kurs / 200-Tage: +6,25 %
  • Kurs / 50-Tage: +5,01 %
  • Marktbreite: 61,6 %
  • RSI: 96 – technisch überhitzt/extrem überkauf

Damit liegt erstmals wieder ein überhitzter Aufwärtstrend vor.

Fazit Marktphase:
Der Anstieg ist technisch extrem überdehnt (RSI 96). Eine Korrektur ist nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich.

Marktphase
Phase 2 – Überhitzter Aufwärtstrend
Stand: 2026-04-20

Liquidität & Geldpolitik

  • 10Y/2Y Spread: 0,55 – gesund
  • ROC: +4,35 % – leicht bullisch
  • Zentralbankbilanzen: neutral
  • Zinserwartung: 99,5 % – nahezu unverändert

Fazit:
Keine restriktive Verschärfung, aber auch kein zusätzlicher Rückenwind. Liquidität bleibt neutral.

Makroökonomie

  • Arbeitsmarkt: stabil
  • Erstanträge: 207.000 (solide)
  • Inflation: weiterhin erhöht
    • CPI YoY: 3,29 %
    • PPI YoY: 6,22 %

Fazit Makro:
Robuste Wirtschaft trifft auf erhöhten Inflationsdruck.

Marktstimmung

  • VIX: 17,48 – Entspannung
  • Put/Call: 2,51 – extreme Angst (konträr bullisch)
  • Fear & Greed: 68 – Gier

Fazit Stimmung:
Uneinheitliches Bild: Der Markt steigt, während Absicherung extrem hoch bleibt. Das spricht für Unsicherheit unter den Marktteilnehmern – viele rechen mit einer Korrektur.

Rohstoffe

  • Öl: kurzfristig schwach, strukturell hoch
  • Gold: +1,98 % – weiterhin Risk-Off-Komponente
  • Kupfer: +2,07 % (1W), +19,88 % (4W) – indiziert starke Industrienachfrage

Fazit Rohstoffe:
Kein Rezessionssignal. Rohstoffe zeigen weiterhin wirtschaftliche Aktivität und Inflationsdruck.

Futurs KW16: Rohstoffe haben stark abgeben.

Technische Indikatoren

  • RSI: 96 – extrem überkauft
  • Wilder RSI: 84 – überkauft

Fazit:
Der Markt ist technisch überhitzt. Eine Korrektur ist statistisch sehr wahrscheinlich.

Bitcoin

Bitcoin steigt auf bis zu 78.000 USD und stabilisiert sich aktuell bei ca. 74.000 USD.

Fazit Bitcoin:
Stark, aber volatil. Reagiert sensibel auf geopolitische Nachrichten. Keine Bestätigung einer Trendwende.

Ereignisse der Woche

  • Hoffnung auf Iran-Deal treibt Märkte auf neue Hochs
  • Ölpreis fällt deutlich und entlastet kurzfristig
  • Inflationsdaten leicht besser als erwartet
  • Wochenende: erneute Eskalation im Iran-Konflikt

Ausblick KW 18

Dienstag, 21.04.

  • Einzelhandelsumsätze (MoM)
  • Kontrollgruppe Einzelhandelsumsätze

Donnerstag, 23.04.

  • S&P Global Services PMI
  • S&P Global Manufacturing PMI

Fokus:
Konjunkturdaten und geopolitische Entwicklung bleiben entscheidend.

Fazit

Das Gesamtbild ist widersprüchlich, denn der Aufwärtstrend wurde technisch bestätigt, Märkte bildeten neue Allzeit-Hochs, aber: der Inflationsdruck bleibt bestehen und das geopolitisches Risiko ist hoch.

Gleichzeitig ist der Markt technisch extrem überkauft, die Rally erwartungsgetrieben und die Fundamentale Unsicherheit weiterhin hoch.

Kurzfristig ist daher eine Korrektur sehr wahrscheinlich. Der Aufwärtstrend ist vorhanden, aber fragil.

Der entscheidende Faktor bleibt: Iran-Konflikt, Ölpreis und deren Einfluss auf Inflation und Geldpolitik.