Marktkompass KW 13/2026
Kurzfazit der Woche
Der Markt ist gekippt, der Konflikt im Nahen Osten ist der Katalysator. Der Bruch der 200-Tage-Linie markiert den Übergang in eine Schwächephase. Gleichzeitig bleibt die Stimmung extrem negativ – ein Umfeld, das kurzfristige Gegenbewegungen jederzeit möglich macht.

Markttreiber der Woche
1. Geopolitischer Energieschock
Die Eskalation im Nahen Osten bleibt der dominante Faktor. Der Ölpreis liegt weiterhin um die 110 USD, getrieben durch Sorgen über Angebotsausfälle und Störungen in der Straße von Hormus.
Die Folge sind steigende Inflationserwartungen und zunehmende Unsicherheit.
2. Divergente Rohstoffmärkte
Während Energie hoch bleibt, brechen Edelmetalle und Industriemetalle ein:
- Gold –10 % (5 Tage)
- Kupfer massiv unter Druck
Das ist ein klares Signal: Liquidität wird gehalten, Wachstumserwartungen sinken.
3. Inflationsdruck steigt erneut
PPI über Erwartung (3,9 % vs. 3,7 %)
4. Kapitalrotation
Kapital fließt selektiv:
- Stärke: Energie, Finanzwerte
- Schwäche: zyklische Industrien, breite Märkte

Marktphase
Der Markt hat die entscheidende Schwelle unterschritten.
- Kurs / 200-Tage: –1,65 % : Bruch der langfristigen Trendlinie
- Kurs / 50-Tage: –5,52 % : klarer kurzfristiger Abwärtstrend
- Marktbreite: 45,2 % : schwach
Damit erfolgt der Übergang in eine neue Phase: Phase 4 – Schwächephase
Der übergeordnete Aufwärtstrend ist technisch gebrochen – zumindest temporär.
Fazit Marktphase:
Das ist keine normale Korrektur mehr. Die Struktur hat sich verschlechtert.
Stand: 2026-03-21
Liquidität & Geldpolitik
- 10Y/2Y Spread: +0,51 – weiterhin gesund
- ROC: –8,3 % – Dynamik schwächt sich ab
- Zentralbankbilanzen: neutral
Fed:
- Zins unverändert
- Projektion: 3,1 % in 12 Monaten
- Zinssenkungserwartung April: 87,6 %
Fazit Liquidität:
Der Markt erwartet Lockerung – bekommt sie aber noch nicht. Kein Rückenwind. Geldpolitik bleibt reaktiv, nicht unterstützend.
Makroökonomie
- Inflationsdruck durch Verbraucher und Erzeugerpreise sichtbar
- Arbeitsmarkt stabil (Erstanträge 205.000)
- Beschäftigung schwächer im Trend
Fazit Makro:
Typisches Stagflations-Setup:
- Inflation steigt
- Wachstum schwächt sich ab
Marktstimmung
- VIX: 26,78 – Angst
- Put/Call: 1,29 – neutral
- Fear & Greed: 15 – Extreme Fear
Fazit Stimmung:
Die Stimmung ist bereits sehr negativ. Konträr betrachtet steigt die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Rebounds. Sollte die geopolitische Lage sich nicht bessern, wäre der Rebound nicht nachhaltig.
Rohstoffe
Energie
- Öl: >110 USD – geopolitscher Stress
- 4W-Performance: +51 %
Metalle:
- Gold: –10 % – starker Dollar dominiert
- Kupfer: –25 % (4 Wochen) – Industrieindikator zeigt Wachstumssorgen
Technische Indikatoren
- RSI: 29,47
- Wilder RSI: 28,99
Fazit:
In beiden fällen leicht überverkauft. Kurzfristig ist der Markt reif für Gegenbewegungen, aber der Trend bleibt abwärtsgerichtet.
Bitcoin
Bitcoin bleibt stabil über 70.000 USD – trotz:
- geopolitischer Eskalation
- schwachem Aktienmarkt
- fallendem Gold
Fazit Bitcoin:
Relative Stärke vorhanden, aber kein Trendwechsel bestätigt.
Ereignisse der Woche
Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat sich weiter verschärft.
- Energieinfrastruktur zunehmend betroffen
- Risiko einer Ausweitung des Konflikts steigt enorm
- Diskussionen über militärische Eskalation nehmen zu
Wirkung:
Die Konflikt hat einen direkten Einfluss auf Energiepreise und damit einen indirekten Einfluss auf Inflation und Geldpolitik
Ausblick KW 13
Wichtige Daten USA am Dienstag, 24.03.
- Einzelhandelsumsätze (MoM)
- Kontrollgruppe Einzelhandelsumsätze
- S&P Global Services PMI
- S&P Global Manufacturing PMI
Fokus liegt auf Konsum + wirtschaftliche Aktivität. Dennoch sollten die Geschehnisse im Nahen Osten markttreibend bleiben.
Fazit
Der Markt hat ein klares Signal geliefert:
- Bruch der 200-Tage-Linie
- Übergang in Schwächephase
- steigender Inflationsdruck durch Energie
Gleichzeitig:
- extreme negative Stimmung
- leicht überverkaufte Indikatoren
Das bedeutet:
Kurzfristige Rebounds sind wahrscheinlich. Aber Vorsicht: strukturell hat sich das Risiko deutlich erhöht. Tiefere Kurse sind sehr wahrscheinlich.
