Marktkompass KW 19/2026
Kurzfazit der Woche
Der Markt bleibt im Aufwärtstrend, aber die Struktur hat sich verschoben: nicht mehr KI treibt allein, sondern Liquidität, Rotation und Unternehmenszahlen – trotz steigender Zinsen. Gleichzeitig nimmt die technische Überhitzung weiter zu.
Markttreiber der Woche
1. Zinsen steigen/Gegenwind
Die Anleihekurse fallen, damit steigen die Renditen. Das ist ein klarer Belastungsfaktor für Bewertungen, insbesondere im Tech-Sektor. Der Markt steigt trotz steigender Renditen weiter.
Das bedeutet: Der Markt zeigt Stärke und ignoriert aktuell den Gegenwind.

2. Liquidität & Positionierung
Zentralbankpolitik bleibt neutral:
- Leitzins unverändert
- Zentralbankbilanzen leicht restriktiv, aber stabil
Damit gibt es keine neue Liquidität – aber auch keinen aktiven Entzug. Das bedeutet: Das Kapital bleibt im Markt und wird investiert und Rücksetzer werden weiterhin gekauft.
3. Rotation innerhalb Tech
Die Heatmaps zeigen klar:
- Schwäche bei ehemaligen Leadern
- Stärke bei Nachzüglern und selektivem Big Tech
Das ist entscheidend: Kein Risk-Off, sondern Kapitalumschichtung. Gewinne werden realisiert und Kapital neu verteilt.

4. Earnings als Katalysator
Starke Unternehmenszahlen wirken weiterhin als Trigger:
- Positive Überraschungen werden gekauft
- Enttäuschungen oder zu hohe Erwartungen werden abgestraft
Wichtig: Earnings treiben nicht mehr den Markt, sie entscheiden nur noch, wohin das Kapital fließt.
Marktphase
- Kurs / 200-Tage: +6,95 %
- Kurs / 50-Tage: +5,65 %
- RSI: 78,52
- Marktbreite: 57,8 %
Fazit Marktphase
Der Trend läuft weiter, aber:
- Überhitzung bleibt extrem
- Marktbreite verbessert sich nicht
- Rally wird strukturell fragiler
Stand: 2026-05-04
Liquidität & Geldpolitik
- 10Y/2Y Spread: 0,51 – gesund
- Fed-Zins: 3,64 % – neutral
- Zinserwartung: unverändert 92,8 %
- Zentralbankbilanzen: stabil
Einordnung:
Der Markt wird aktuell nicht aktiv unterstützt, aber auch nicht gebremst.
Makroökonomie
Wachstum (BIP): Aktuell: 2,0 %, Prognose: 2,3 %, Vorher: 0,5 %. Damit liegt eine deutliche Erholung gegenüber Vorquartal vor, jedoch unter Erwartung.
Inflation (PCE):
- YoY: 3,2 % (wie erwartet, vorher 3,0 %)
- MoM: 0,3 % (wie erwartet, leicht rückläufig von 0,4 %)
DIe Inflation bleibt hartnäckig über Zielniveau, es gibt keine echte Entspannung
Preisniveau (GDP Price Index): Aktuell: 3,6 %, Prognose: 3,8 %, Vorher: 3,7 %. Damit leicht unter Erwartung, aber weiterhin erhöht.
Fazit Makro: Kein Rezessionssignal, aber auch kein ideales Umfeld
Marktstimmung
- VIX: 16,99 – leicht entspannt
- Put/Call: 2,08 – extreme Angst
- Fear & Greed: 67 – Gier
Widerspruch im Markt:
- Absicherungsaktivität sehr hoch
- gleichzeitig optimistische Grundstimmung
Typisch für unsichere Marktphasen.
Rohstoffe
Öl: kurzfristig steigend, mittelfristig +7,1 % – Inflationssignal
Gold: -2,3 % – Risk-On
Kupfer: kurzfristig schwach, mittelfristig neutral
Fazit: Kein klares Wachstumssignal, aber anhaltender Inflationsdruck.
Technische Indikatoren
- RSI: 78,52 – überkauft
- Wilder RSI: 80 – überkauft
Fazit:
- Markt weiterhin überdehnt
- leichte Entspannung gegenüber Vorwoche
- aber kein Reset
Marktstruktur
- Marktbreite: 57,8 % – schwach
- Volumen: niedrig
Der Markt steigt weiterhin ohne breite Unterstützung. Das bleibt eines der größten Risiken.
Bitcoin
Bitcoin bei ca 78.000 USD, weiterhin keine Trendbestätigung, sondern eine Seitwärtsbewegung ohne Einfluss auf den Gesamtmarkt. Steuerpläne aus Deutschland und EU belasten eher.
Ereignisse der Woche
- FED belässt Zinsen unverändert
- Inflation bleibt erhöht
- Ölpreis steigt
Zum Iran-Konflikt: Der Gewöhnungseffekt ist sichtbar. Der Markt ignoriert geopolitische Risiken – nicht weil sie verschwunden sind, sondern weil sie aktuell nicht eingepreist werden.
Ausblick KW 19
Dienstag 05.05.
ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Prognose: 53,8)
Mittwoch 06.05.
ADP Arbeitsmarktbericht (Prognose: -79 Tsd.)
Freitag (08.05.)
Durchschnittliche Stundenlöhne
Nonfarm Payrolls
Fazit
Das Gesamtbild bleibt stabil – aber angespannt. Der Aufwärtstrend ist intakt, Liquidität bleibt stabil und die Wirtschaft solide. Gleichzeitig gibt es steigende Anleihen-Renditen, anhaltender Inflationsdruck, schwache Marktbreite und technische Überhitzung. Der Markt stiegt weiterhin, ohne dass die fundamentale Unterstützung zunimmt. Damit nimmt die Fragilität nimmt zu.
